Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung (auch: Patiententestament) ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie — solange Sie entscheidungsfähig sind — festlegen, welche medizinischen Maßnahmen Sie im Fall Ihrer eigenen Entscheidungsunfähigkeit wünschen oder ablehnen.

Seit 2009 ist die Patientenverfügung in § 1827 BGB geregelt und für Ärzte und Betreuer rechtlich verbindlich. Das bedeutet: Ärzte müssen Ihre Verfügung beachten — vorausgesetzt, sie ist konkret genug formuliert.

Wichtig: Eine Patientenverfügung ist kein Notar-Dokument. Sie muss handschriftlich unterschrieben und datiert sein — das reicht. Allerdings ist eine gute Formulierung entscheidend für die Wirksamkeit.

Wann gilt eine Patientenverfügung?

Die Patientenverfügung greift ausschließlich in Situationen, in denen Sie selbst nicht mehr entscheiden können:

Solange Sie entscheidungsfähig sind, können Sie jederzeit andere Entscheidungen treffen — Ihre aktuelle Willensäußerung hat immer Vorrang vor dem schriftlichen Dokument.

Was muss in eine Patientenverfügung rein?

Eine wirksame Patientenverfügung braucht:

Vorsicht: Zu allgemeine Formulierungen wie "Ich möchte keine lebenserhaltenden Maßnahmen" können als unwirksam eingestuft werden, weil sie keine konkrete Situation beschreiben. Je spezifischer, desto verbindlicher.

Patientenverfügung vs. Vorsorgevollmacht — der Unterschied

DokumentWas es regeltFür wen
PatientenverfügungWelche medizinischen Maßnahmen gewünscht / abgelehnt werdenÄrzte und Pflegepersonal
VorsorgevollmachtWer im Fall der Entscheidungsunfähigkeit handeln darfBevollmächtigte Person (Familie, Freunde)
GeneralvollmachtRechtliche und finanzielle Angelegenheiten (Konten, Verträge)Behörden, Banken, Gerichte

Experten empfehlen: Alle drei Dokumente gemeinsam erstellen und aufeinander abstimmen. Eine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht kann dazu führen, dass kein klarer Ansprechpartner für die Ärzte vorhanden ist.

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