Vorsorge

Vorsorgevollmacht: Was sie regelt, wie sie erstellt wird & Muster

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie einen Menschen Ihres Vertrauens bevollmächtigen, in Ihrem Namen rechtliche und finanzielle Entscheidungen zu treffen – für den Fall, dass Sie selbst das nicht mehr tun können. Das ist KEINE medizinische Entscheidung – das regelt die Patientenverfügung. Es geht um Finanzen, Verträge, Behördenangelegenheiten, Vermögensangelegenheiten.

Das Besondere: Sie entscheiden selbst, wer Ihre Vollmacht erhält – nicht das Gericht wie bei einer Betreuung. Der Bevollmächtigte braucht nicht vom Gericht beauftragt zu werden.

Unterschied: Vorsorgevollmacht vs. Betreuungsverfügung vs. Patientenverfügung

DokumentRegeltGültigkeitWirksamkeit
VorsorgevollmachtFinanzen, Verträge, BehördenPrivat oder notariellSofort (oder erst bei Einwilligungsunfähigkeit)
BetreuungsverfügungWunsch nach bestimmtem BetreuerPrivat oder notariellNur mit Gerichtsbeschluss
PatientenverfügungMedizinische EntscheidungenPrivat oder notariellBei Einwilligungsunfähigkeit

Das Wichtigste: Sie brauchen ALLE DREI für umfassende Vorsorge. Die Vorsorgevollmacht regelt Geld, die Patientenverfügung regelt ärztliche Behandlung, die Betreuungsverfügung ist ein Backup, falls die Vollmacht nicht anerkannt wird.

Welche Bereiche regelt die Vorsorgevollmacht?

Sie können einzelne Bereiche oder alles regeln. Typischerweise umfasst eine umfassende Vollmacht:

Wie erstellen Sie eine Vorsorgevollmacht?

Option 1: Privat geschriebene Vollmacht

Kosten: 0 Euro (nur Papier und Tinte) Gültigkeit: Rechtlich gültig, aber nicht alle Institutionen erkennen sie an Prozess: Sie schreiben auf Papier, was Sie möchten, unterschreiben und datieren. Fertig. Problem: Banken verlangen oft notarielle Beglaubigung. Behörden können zweifeln.

Option 2: Notarielle Vollmacht (empfohlen)

Kosten: 50-200€ je nach Notar und Umfang Gültigkeit: Überall anerkannt Prozess: Sie gehen zum Notar, der die Vollmacht formuliert oder prüft, Ihre Identität überprüft und alles beurkundet. Vorteil: Sie können sicher sein, dass die Vollmacht akzeptiert wird – von Banken, Behörden, Gerichten.

Registrierung im Zentralen Vollmachtsregister (BNOTK)

Es gibt ein zentrales Register beim Bundesnotarammer (BNOTK). Wenn Sie Ihre Vollmacht dort registrieren, können Betreuer oder Gerichte prüfen, ob eine Vollmacht existiert. Kosten: etwa 15-20€. Vorteil: Falls Sie zum Betreuer ernannt werden sollten (z.B. wenn die Vollmacht verloren geht), findet das Gericht sofort heraus, dass eine Vollmacht existiert und nicht gültig ist.

Unsicher bei der Erstellung?

Eine Vorsorgevollmacht ist rechtlich komplex. Wir helfen Ihnen bei der Vorbereitung und zeigen Ihnen, was Sie dem Notar mitbringen müssen.

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Was Sie beachten sollten

Wählen Sie den richtigen Bevollmächtigten. Das sollte eine Person sein, der Sie hundertprozentig vertrauen. Bei einer Vorsorgevollmacht hat diese Person große Macht – ohne Gerichtskontrolle.

Bevollmächtigen Sie mehrere Personen. Am besten mit Regelung: "Alle handeln zusammen" (besserer Schutz) oder "Jeder kann allein handeln" (praktischer). Denken Sie an Backups – was passiert, wenn der Bevollmächtigte selbst erkrankt?

Begrenzen Sie die Vollmacht ggf. Sie können sagen: "Die Vollmacht gilt nur für Bankangelegenheiten, nicht für Immobilien." Das ist manchmal klüger als eine unbegrenzte Vollmacht.

Bewahren Sie das Original sicher auf. Der Bevollmächtigte braucht eine Kopie. Das Original sollte in Ihrem Safe, beim Notar oder bei einer Vertrauensperson lagern.

Kosten und Fristen

Notargebühren 2025: 50-200€ je nach Umfang. Die Gebühren sind in der Gebührenordnung festgelegt. Mehrere Vollmachten zusammen kosten weniger als einzeln.

Gültigkeitsdauer: Eine Vorsorgevollmacht ist unbegrenzt gültig – solange Sie nicht widerrufen. Manche empfehlen, sie alle 5-10 Jahre erneuern zu lassen, nur um sicherzustellen, dass der Inhalt noch passt.

Was passiert, wenn Sie KEINE Vorsorgevollmacht haben?

Falls Sie geschäftsunfähig werden und keine Vollmacht existiert, wird vom Gericht ein Betreuer (Rechtsbetreuer) ernannt. Das bedeutet:

Eine Vorsorgevollmacht vermeidet das. Sie wählen selbst, wem Sie vertrauen.

Bereit für Ihre Vorsorgevollmacht?

Wir zeigen Ihnen den kompletten Prozess – von der Vorbereitung bis zur notariellen Beurkundung.

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Fazit: Vorsorge = Sicherheit für Sie und Familie

Eine Vorsorgevollmacht ist nicht optional – sie ist essentiell. Sie sorgt dafür, dass im Notfall jemand, dem Sie vertrauen, schnell für Sie entscheiden kann. Überlegen Sie sorgfältig, wen Sie bevollmächtigen, schreiben Sie die Vollmacht auf, und investieren Sie in notarielle Beglaubigung. Die 100€ sind die beste Versicherung, dass Ihre Wünsche im Notfall respektiert werden.

Quellen: BGB, Bundesnotarkammer (BNOTK), Bundesministerium der Justiz, ZB 2025