🤍 Würdevolle Begleitung am Lebensende

Palliativpflege zu Hause: SAPV, AAPV & Hospizbegleitung

Palliativpflege zielt nicht auf Heilung, sondern auf Lebensqualität: Schmerzfreiheit, Würde und Begleitung für schwerstkranke Menschen und ihre Familien. Wir erklären die Angebote und Ansprüche.

✓ §37b SGB V (SAPV) ✓ Kostenlos für GKV-Versicherte ✓ Rund um die Uhr erreichbar
Pflegerin hält liebevoll die Hände einer älteren Person – Palliativpflege zu Hause

SAPV vs. AAPV — die zwei Stufen der Palliativversorgung

Je nach Schwere der Erkrankung gibt es zwei ambulante Versorgungsformen, die ineinandergreifen können.

AAPV — Allgemeine ambulante Palliativversorgung

Basisversorgung durch Hausarzt und ambulanten Pflegedienst. Für Patienten mit stabilerem Verlauf. Koordination durch den behandelnden Arzt; kein eigenes Team notwendig.

SAPV — Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Für Patienten mit komplexem Symptomgeschehen (starke Schmerzen, Luftnot, psychische Krisen). Multiprofessionelles SAPV-Team (Arzt, Pflege, Sozialarbeit) ist 24/7 erreichbar — per §37b SGB V gesetzlich verankert.

✔ Wer hat Anspruch auf SAPV?

  • Unheilbare, fortschreitende Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung
  • Komplexes Symptomgeschehen, das eine spezialisierte Versorgung erfordert
  • Wunsch, zu Hause (oder in einer Pflegeeinrichtung) zu sterben
  • GKV-Versicherung — SAPV ist vollständig zuzahlungsfrei
  • Ärztliche Verordnung durch Haus- oder Facharzt

Was leistet ein SAPV-Team?

Das spezialisierte Team ist rund um die Uhr erreichbar und deckt alle Dimensionen der Palliativversorgung ab.

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Schmerztherapie

Anpassung und Überwachung der Schmerzmedikation, subcutane oder intravenöse Gabe wenn nötig — Ziel: dauerhafte Schmerzfreiheit.

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Symptomkontrolle

Behandlung von Atemnot, Übelkeit, Angst, Verwirrtheit und anderen belastenden Symptomen durch spezialisierte Palliativmediziner.

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Psychosoziale Begleitung

Unterstützung für Patient und Angehörige in seelischen Krisen — durch Sozialarbeiter, Psychologen oder geschulte Pflegepersonen im Team.

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24/7 Rufbereitschaft

Das SAPV-Team ist Tag und Nacht telefonisch erreichbar und kommt bei akuten Verschlechterungen innerhalb kürzester Zeit nach Hause.

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Koordination aller Beteiligten

Das Team koordiniert Hausarzt, Pflegedienst, Hospiz und Sanitätshäuser — kein Chaos für die Angehörigen.

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Versorgungsplanung

Gemeinsame Erstellung eines Notfallplans, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht — damit der Patientenwille respektiert wird.

Stationäres Hospiz oder Palliativstation — Alternativen zur häuslichen Versorgung

Nicht immer ist eine häusliche Palliativversorgung möglich. Zwei stationäre Alternativen ergänzen das Angebot.

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Stationäres Hospiz

Für Menschen, die zuhause keine ausreichende Versorgung erhalten können. Hospize sind keine Krankenhäuser — sie schaffen ein würdevolles, heimähnliches Umfeld. Die Kosten werden zu 95% von GKV und Pflegekasse getragen.

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Palliativstation im Krankenhaus

Für kurzfristige Kriseninterventionen (starke Schmerzen, akute Dyspnoe). Ziel: Symptomstabilisierung, dann Entlassung nach Hause oder ins Hospiz. Vollständig über GKV abgedeckt.

Häufige Fragen zur Palliativpflege

Muss ich für SAPV zuzahlen?
Nein. SAPV ist eine GKV-Pflichtleistung nach §37b SGB V und vollständig zuzahlungsfrei — auch für Patienten in Pflegeeinrichtungen.
Kann ich SAPV für einen Angehörigen beantragen?
Die Verordnung stellt immer ein Arzt aus. Angehörige können den Arzt jedoch ansprechen und auf SAPV aufmerksam machen. Viele SAPV-Teams bieten auch eine telefonische Erstberatung an.
Wie lange dauert es, bis das SAPV-Team startet?
Bei Dringlichkeit ist ein Start innerhalb von 24 Stunden möglich. Im Regelfall nimmt die Koordination 1–3 Tage in Anspruch (Verordnung, Genehmigung der Krankenkasse, Erstgespräch).
Ist Palliativpflege dasselbe wie Sterbehilfe?
Nein. Palliativpflege ist keine aktive Sterbehilfe. Sie zielt darauf ab, das Leben so lange wie möglich lebenswert zu gestalten — ohne es zu verkürzen oder künstlich zu verlängern. Sterbehilfe ist in Deutschland (bis auf ärztlich begleitete Suizidassistenz unter engen Bedingungen) verboten.
Was leistet ein ambulanter Hospizdienst?
Ambulante Hospizdienste leisten keine medizinische Pflege, sondern ehrenamtliche Begleitung: Gespräche, Vorlesen, Entlastung für Angehörige. Sie sind kostenlos und können parallel zu SAPV genutzt werden.