Hausnotruf: Kosten, Anbieter & Finanzierung über die Pflegekasse
Ein Hausnotruf gibt Senioren Sicherheit und Angehörigen Gewissheit. Bei Sturz, Ohnmacht oder Notfall genügt ein Knopfdruck — und Hilfe ist unterwegs. Wir erklären Typen, Kosten und wie die Pflegekasse zahlt.
Stationärer vs. mobiler Hausnotruf
Grundsätzlich gibt es zwei Typen — je nach Lebensalltag des Nutzers.
Stationärer Hausnotruf
Basisgerät mit Freisprechanlage, verbunden mit einer Telefonleitung oder Mobilfunk. Notrufknopf am Handgelenk oder als Halsband. Funktioniert nur in Reichweite des Basisgeräts (ca. 50–100 m). Günstiger, bewährt, ideal für Menschen, die überwiegend zuhause sind.
ca. 18 – 30 €/Monat
Mobiler Hausnotruf (GPS-Notruf)
Eigenständiges Gerät mit integrierter SIM-Karte und GPS. Funktioniert überall — beim Einkaufen, im Park, unterwegs. Oft mit Sturzerkennung, Standortübermittlung und Zwei-Wege-Kommunikation. Teurer, aber wesentlich flexibler.
ca. 30 – 55 €/Monat
Kosten & Leistungen im Überblick
Die meisten Hausnotruf-Angebote werden als monatliches Paket abgerechnet — inklusive Gerätemiete, Wartung und 24/7-Rufbereitschaft.
| Anbieter / Typ | Monatliche Kosten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Deutsches Rotes Kreuz (stationär) | ca. 18 – 25 € | Sozialer Anbieter, weit verbreitet |
| Malteser Hilfsdienst (stationär) | ca. 20 – 28 € | Kathol. Träger, guter Service |
| Johanniter (stationär) | ca. 20 – 27 € | Bundesweit, zuverlässig |
| Telekom Hausnotruf (stationär) | ca. 22 – 32 € | Große Leitstelle, digital |
| PetriCare / Libify (mobil/GPS) | ca. 30 – 50 € | Sturzerkennung, App für Angehörige |
| Neat / SureSafe (mobil/GPS) | ca. 35 – 55 € | Internationaler Anbieter, hohe Reichweite |
* Preise können je nach Region und Vertragslaufzeit variieren. Stand 2026.
Wie zahlt die Pflegekasse den Hausnotruf?
Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1–5 können den Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat für den Hausnotruf einsetzen.
💰 Finanzierung über den Entlastungsbetrag (§45b SGB XI)
Der Entlastungsbetrag (125 €/Monat) ist für anerkannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen gedacht — und der Hausnotruf zählt in vielen Bundesländern dazu.
- Voraussetzung: Pflegegrad 1, 2, 3, 4 oder 5
- Anbieter muss nach §45a SGB XI anerkannt sein
- Antrag bei der Pflegekasse stellen, Bescheid abwarten
- Abrechnungsbeleg einreichen (monatlich oder quartalsweise)
- Nicht genutzter Betrag kann bis zu 12 Monate übertragen werden
Ohne Pflegegrad
Auch ohne Pflegegrad können Sie einen Hausnotruf nutzen — Sie zahlen dann die Kosten vollständig selbst. Viele Anbieter bieten trotzdem sozial gestaffelte Tarife an.
Pflegegrad beantragen
Falls Sie noch keinen Pflegegrad haben, lohnt sich ein Antrag bei der Pflegekasse. Bereits Pflegegrad 1 genügt, um den Entlastungsbetrag zu erhalten. Wir helfen beim Antrag.
So funktioniert der Hausnotruf im Notfall
Knopf drücken
Der Nutzer drückt den Notrufknopf am Armband oder Halsband — oder die automatische Sturzerkennung schlägt an.
Verbindung zur Leitstelle
Innerhalb von Sekunden ist eine 24/7-besetzte Leitstelle in der Leitung. Freisprechen möglich — auch wenn der Nutzer nicht sprechen kann, wird Hilfe geschickt.
Hilfe koordinieren
Die Leitstelle kontaktiert hinterlegte Vertrauenspersonen, einen Schlüsseldienst oder direkt Polizei/Rettungsdienst — je nach Situation.
Vor-Ort-Hilfe
Hilfe trifft in der Regel innerhalb weniger Minuten ein. Beim mobilen Notruf wird der Standort per GPS übermittelt — auch außerhalb der Wohnung.