Was ist eine Senioren-WG?
Eine Senioren-WG — fachlich Pflegewohngemeinschaft oder ambulant betreute Wohngemeinschaft — ist eine Wohnform, in der 4–12 ältere oder pflegebedürftige Menschen in einer gemeinsamen Wohnung oder einem Haus leben. Jede Person hat ein eigenes Zimmer, Küche, Wohnzimmer und Bäder werden geteilt.
Eine Betreuungskraft ist tagsüber anwesend. Für pflegerische Tätigkeiten kommen ambulante Pflegedienste ins Haus — jeder Bewohner kann seinen Dienst selbst wählen. Die Bewohner sind Mieter, keine Heimbewohner.
Wohngruppenzuschlag (§ 38a SGB XI): Jeder Bewohner einer zugelassenen ambulant betreuten WG erhält 224 €/Monat zusätzlich zu anderen Pflegeleistungen. Bei einer WG mit 6 Personen fließen damit monatlich 1.344 € in die Gemeinschaft — ein deutlicher Kostenvorteil gegenüber dem Pflegeheim.
Voraussetzungen für den Wohngruppenzuschlag
Damit der Wohngruppenzuschlag (224 €/Monat) gezahlt wird, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Mindestens Pflegegrad 1
- Mindestens 3 Pflegebedürftige leben in der WG
- Die WG wird von einem ambulanten Pflegedienst betreut (nicht stationär)
- Mindestens eine gemeinschaftliche Präsenzkraft ist überwiegend anwesend
- Die Wohnung wird selbst angemietet (nicht betrieben von einem Pflegeheim)
Was kostet eine Senioren-WG?
| Kostenpunkt | Typischer Bereich |
|---|---|
| Miete (eigenes Zimmer + anteilige Gemeinschaftsfläche) | 500 – 900 €/Monat |
| Anteilige Kosten für Präsenzkraft (gemeinsam getragen) | 300 – 600 €/Monat pro Person |
| Ambulante Pflege (individuell, von Pflegekasse teilerstattet) | je nach Pflegegrad |
| Verpflegung und Nebenkosten | 200 – 400 €/Monat |
Gesamtkosten: ca. 1.500–3.000 €/Monat — je nach Lage, Pflegebedarf und WG-Größe. Mit dem Wohngruppenzuschlag (224 €), Pflegegeld und Sachleistungen können viele Familien die Kosten auf unter 2.000 € Eigenanteil reduzieren.