Organisation

Pflegekraft aus dem Ausland: Was ist legal, was kostet es?

Warum Pflegekräfte aus dem Ausland? Realistische Gründe

Etwa 700.000 bis 900.000 Pflegekräfte aus dem Ausland arbeiten derzeit in Deutschland — die meisten aus Polen, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei. Die Gründe sind pragmatisch:

Die 3 Beschäftigungsmodelle: Legal vs. Riskant

1. Entsendungsmodell (LEGAL und am häufigsten)

Die Pflegekraft bleibt im Herkunftsland angemeldet und wird von dort aus nach Deutschland „entsandt". Das ist das sicherste Modell:

2. Selbstständig (RISKANT)

Manche Pflegekräfte arbeiten als Selbstständige — das wirkt günstiger, ist aber problematisch:

Viele „Selbstständigen" sind de facto Angestellte — das Finanzamt erkennt das meist schnell.

3. Direktanstellung (MÖGLICH, aber komplex)

Sie können eine Pflegekraft auch direkt als reguläre Arbeitnehmerin anstellen — mit Lohnsteuer, Sozialversicherung in Deutschland, Arbeitsvertrag usw. Das kostet aber mehr und ist verwaltungsintensiv.

Das Entsendungsmodell erklärt: A1, Mindestlohn, Sozialversicherung

A1-Bescheinigung

Das zentrale Dokument. Es bestätigt der deutschen Finanzbehörde, dass die Pflegekraft in ihrem Herkunftsland sozialversichert bleibt (Rente, Krankenversicherung usw.). Das hat mehrere Vorteile:

Mindestlohn und Steuern

Auch bei Entsendung: Sie müssen den deutschen Mindestlohn zahlen. Das ist nicht verhandelbar. 2025 liegt er bei ca. 12,41 € brutto/Stunde. Ein Rechenbeispiel für 24h-Betreuung:

Das ist realistisch für seriöse Angebote. Alles darunter ist meist illegal.

Sozialversicherung im Herkunftsland

Mit gültiger A1-Bescheinigung zahlt die Person (oder die Agentur) Beiträge in ihr Heimatland — nicht in Deutschland. Das ist im EU-Recht festgelegt. Sie ersparen dadurch 20–25 % der Lohnsumme für deutsche Sozialversicherung.

Was ist NICHT legal: Schwarzarbeit, Pseudo-Selbstständigkeit

Typische Herkunftsländer und Kosten 2025

Land Häufigkeit Kosten/Monat* Sprachniveau
Polen Ca. 35 % 1.900–2.600 € Oft gut, Deutsch B1–B2
Rumänien Ca. 25 % 1.800–2.500 € Variabel, oft B1
Bulgarien Ca. 15 % 1.800–2.400 € Oft A2–B1
Slowakei Ca. 12 % 2.000–2.700 € Oft B1+
Ungarn Ca. 8 % 2.100–2.800 € Oft B1–B2

*Inkl. Unterkunft und Verpflegung beim Pflegebedürftigen. Die Preise sind Marktpreise für seriöse Vermittlung; darunter liegen meist illegale oder borderline-Modelle.

Wie erkennt man seriöse Vermittlungsagenturen?

Rechte und Pflichten des Arbeitgebers (Steuern, Zoll, Meldungen)

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Die meisten Familien wollen „billig", enden aber in rechtlichen und ethischen Problemen. Wir vermitteln nur Agenturen, die A1, Mindestlohn und faire Bedingungen garantieren.

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Fazit

Pflegekräfte aus dem Ausland sind für viele Familien eine gute Lösung — günstiger, verfügbarer und kontinuierlicher als deutsche Agenturen. Aber nur, wenn es legal läuft. Das Entsendungsmodell mit A1-Bescheinigung, Zollanmeldung und Mindestlohn ist die sichere Variante. Die zusätzlichen Kosten (ca. 100–200 € für Zollanmeldung, Agenturgebühren) sind es wert, um vor Strafen und moralischen Dilemmata geschützt zu sein. Schwarzarbeit mag kurzfristig günstiger aussehen — langfristig kostet sie mehr.

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